Über Cities4People

Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und Voraussetzung für das soziale und wirtschaftliche Handeln. Sie ermöglicht Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben, und Zugang zu Märkten, Arbeitsplätzen, Bildung und Gesundheit.

Während der Straßenraum vor einigen Jahrzehnten noch Ort des sozialen Austauschs war, wurde diese Funktion vor allem durch die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs immer weiter zurückgedrängt.

Der Verkehr nimmt seit Jahrzehnten immer weiter zu, und die wachsende Einwohnerzahl verstärkt dies noch. Neben den gesundheitlichen Risiken durch Lärm- und Luftbelastung wird auch die Flächeninanspruchnahme insbesondere durch den motorisierten Individualverkehr zunehmend kritisiert, und Radfahrer und Fußgänger fordern mehr Raum für ihre Art der Fortbewegung.

Das Altonaer Kerngebiet ist ein typisches verdichtetes innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet, mit Herausforderungen, die sich in Deutschland und Europa in vielen Städten finden. Der Straßenraum ist überfrachtet mit vielen, teils in Konflikt stehenden Ansprüchen. Häufig sind Gehwege versperrt, die Parkplatzsuche gestaltet sich schwierig und Radfahrer wünschen sich bessere Wegeverbindungen und sichere, komfortable Radwege.

Reinhard Kraasch, Wikimedia Commons
Blick auf das Cities4People-Projektgebiet (Bildquelle: Reinhard Kraasch, Wikimedia Commons)

Die städtebauliche Entwicklung der Mitte Altona und des Holstenareals werden zu Veränderungen in der Nachbarschaft führen, die konstruktiv gestaltet werden sollen. Neue Wegeverbindungen, Erholungsräume, Bildungs- und Nahversorgungsangebote entstehen. Aber die neuen Bewohner bringen ebenfalls Bedürfnisse nach Mobilität mit, die ohne zusätzliche Belastungen für die Nachbarschaft erfüllt werden sollen.

Um kooperative Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln, haben sich das Bezirksamt Altona, die HafenCity Universität Hamburg (Fachbereich Stadt- und Regionalplanung und das CityScience Lab) und die Senatskanzlei als Pilotregion für Quartiersmobilität im europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ beworben, und mit einem Team von fünf Pilotstädten gegen mehr als 50 Mitbewerber durchgesetzt.

Cities4People umfasst neben Altona vier weitere Modellregionen in Europa: die Städte Budapest (HU) und Trikala (GR), den Bezirk Oxfordshire (GB) und den Istanbuler Stadtteil Üsküdar (TK).

In jeder Region arbeiten Kommune und eine lokale Hochschule eng zusammen, und etablieren lokale Mobilitätslabore für die interdisziplinäre Erarbeitung von Konzepten für nachhaltige Mobilität. Hinzu kommen verschiedene wissenschaftliche Institutionen, die dem gesamten Projektkonsortium beratend zur Seite stehen. Dies sind die Copenhagen Business School, das Brüsseler Institut White Research und der Amsterdamer Think Tank Waag Society. In regelmäßigen Treff en tauschen sich die Partner aus, und lernen von den erfolgreichen Konzepten der anderen.

Informationen zu den anderen Pilotgebieten gibt es hier.